In den vergangenen Monaten haben wir uns intensiv mit dem Thema sexistischer Gewalt und dem Umgang mit Täterschaft in unseren eigenen politischen Strukturen auseinandergesetzt. Aus diesem Prozess heraus ist ein Papier entstanden, das unsere bisherigen Diskussionen, Erfahrungen und Schlussfolgerungen bündelt.
Unser Anliegen ist es, diesen Text nicht als abgeschlossenes Papier zu verstehen, sondern als Grundlage für eine gemeinsame, gruppenübergreifende und geschlechterübergreifende Weiterentwicklung. Wir sind überzeugt, dass der Umgang mit sexistischer Gewalt und Täterschaft keine Frage einzelner Gruppen oder Personen ist, sondern eine kollektive politische Aufgabe, die unsere gesamte sozialistische Bewegung betrifft.
Gewalt ist kein individuelles Schicksal, sondern muss in ihren gesellschaftlichen Ursachen bekämpft werden. Wo Macht missbraucht, Abhängigkeit ausgenutzt und Grenzen systematisch überschritten werden, braucht es mehr als leere Versprechen: Es braucht klare Strukturen, kollektive Verantwortung und konsequenten Gewaltschutz.
Ein Gewaltschutzkonzept ist für uns kein Stück Papier für die Schublade. Es ist ein Auftrag, bestehende Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen, Betroffene zu stärken, Täter zur Verantwortung zu ziehen und Räume zu schaffen, in denen sich alle Menschen frei und sicher entfalten können.
Eine Gesellschaft ohne Gewalt beginnt dort, wo wir nicht wegsehen, sondern handeln. Wo wir nicht schweigen, sondern Betroffene unterstützen. Wo wir nicht die bestehenden Verhältnisse verteidigen, sondern sie verändern.
Hier geht es zum Gewaltschutzkonzept.

